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Landsberg

Besichtigung der Untertageanlage in Landsberg
 

Am 04. Mai 2010 führte uns unser diesjähriger Ausflug mit dem Bus nach Landsberg/Lech in die Welfenkaserne. Dort empfing uns Oberstabsfeldwebel Müller (Zitat: OSFw werden nicht mehr beurteilt, sondern nur noch bewundert) vom Luftwaffenunterstützungszemtrum mit einer Einführung über die Gliederung und Aufgaben des Zentrums.

GruppeDanach folgte der Vortrag über die Untertageanlage. Nur Wenigen ist dieses Holocaust-Mahnmal bekannt. Aufgrund der immer heftiger werdenden Bombenangriffe der Alliierten auf die deutsche Rüstungsindustrie gegen Ende des 2. Weltkrieges sollte die Produktion der ersten Düsenflugzeuge der Welt, der ME 262, in halb unterirdische verbunkerte Produktionsanlagen verlagert werden. Dazu sollten 6 Bunkeranlagen, 3 davon im Bereich Landsberg, gebaut werden. Jede sollte eine Gesamtlänge von 400 und eine Breite von 85 sowie eine Höhe von 26 Metern aufweisen. Die Betonschicht an der dünnsten Stelle betrug 5 und an der dicksten Stelle 18 Meter. 

Technische Daten klBaubeginn war der 15. Mai 1944, Baustopp am 23. April 1945. Für den Bau der Anlage wurden 30.000 Arbeiter benötigt. Dazu wurden 11 Lager für die 30.000 Zwangsarbeiter, hauptsächlich osteuropäische Juden, in der Nähe errichtet. In den 9 Monaten der Bauzeit kamen durch die harten Arbeitsbedingungen und die schrecklichen Lagerverhältnisse 14.500 Gefangene ums Leben. Man sprach bei den Lagern auch von „kalten Krematorien“.

Bei der Befreiung durch die Amerikaner kurz vor Ende des 2. Weltkrieges waren von der Anlage 283 Meter fertig gestellt. In der Zeit des kalten Krieges im den 60ger Jahren wurde sie dann zu einem atombombensicheren Depot für die Bundeswehr ausgebaut. Auch heute noch dient der Bunker der Bundeswehr, die dort mit dem Waffensystemunterstützungskommando der Luftwaffe stationiert ist.

DankDieses Waffensystemunterstützungskommando betreut das darin befindliche Holocaust-Mahnmal und organisiert Vorträge und Führungen durch die Bunkeranlage. Die Teilnehmer waren alle betroffen und sehr nachdenklich als die Führung zu Ende war.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen, die Truppenverpflegung neuer Art kam bei allen sehr gut an, ging es am Nachmittag entlang des Ammersees zum Kloster Andechs und am Abend wieder zurück nach Landshut/Niederaichbach.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass dies ein hoch interessanter und lehrreicher Ausflug war. Für das nächste Jahr ist eine Fahrt zum Reichsparteitagsgelände nach Nürnberg vorgesehen. Es wäre schön, wenn dann mehr Kameraden daran teilnehmen würden.

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