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Olympisches Feuer

Feuer und Flamme fĂŒr Olympia

Josef Karl war 1972 sechs Wochen unterwegs mit dem olympischen Feuer

 

 Das olympische Feuer ist derzeit auf einer Reise um die Welt. Ein Mann aus Landshut aber hat es seit 32 Jahren fest in seinem Herzen: Immer wenn Olympische Spiele anstehen, ist es fĂŒr Josef Karl aus Auloh auch eine kleine Zeit­reise in seine Vergangenheit. Denn 1972 verbrachte der Landshuter ganze sechs Wo­chen mit dem olympischen Feu­er, begleitete die FackellĂ€ufer von Olympia bis MĂŒnchen und weiter bis nach Kiel, wo damals die Segelwettbewerbe statt fan­den.
Dabei stand 1972 ein anderes Groß-Ereignis fĂŒr ihn im Kalen­der: Der in Landshut stationierte Soldat aus dem Mallersdorfer Raum heiratete und zog um in die Drei-Helmen-Stadt. "Wir haben das schon vor der Hochzeit ausgiebig durchdiskutiert und meine Frau hat mir fĂŒr Olympia frei gegeben", schmunzelt Kar!.
"Alle Kilometer wurde das olympische Feuer an einen wei­teren StaffellĂ€ufer ĂŒbergeben", erklĂ€rt Kar!. Jeder der LĂ€ufer hatte eine eigene Fackel, die er an dem Feuer seines VorgĂ€ngers entzĂŒndete. "Unsere Aufgabe bestand darin, die LĂ€ufer mit Gaskartuschen zu versorgen, damit die Fackel weiter brennt." Und fĂŒr den Ernstfallhatten sie auch noch Ersatzfackeln im Transporter dabei. 
FĂŒr den Fall des Falles hĂŒteten Karl und seine Begleiter selbst eine Flamme des olympischen Feuers im Fahrzeug. "Aber zum GlĂŒck ist nichts passiert", betont der 56-JĂ€hrige. An das Wetter damals erinnert sich E Karl nicht mehr. "Wir waren alle so begeistert, wir haben das gar nicht gemerkt, ob das Wetter schlecht war oder nicht. Und auch die LĂ€ufer waren so begeistert, die wĂ€ren unter allen UmstĂ€nden gelaufen." NatĂŒrlich konnte man damals nicht 24 Stunden durch laufen. "Auf den Stationen des Fackellaufs standen große SchĂŒsseln, die wir abends mit den Fackeln entzĂŒndet haben. "Morgens ging's dann frisch ausgeruht und mit neuen Fackeln aber natĂŒr­lich dem olympischen Feuer weiter Richtung MĂŒnchen.
Besonders gern erinnert er sich an die Strecke durch die ehemaligen Ostblock -LĂ€nder. "Die hatten untereinander einen richtigen Wettbewerb, wer uns den schönsten Empfang berei­tet." Überall waren die Straßen bunt geschmĂŒckt und drĂ€ngten sich begeisterte Menschen am Straßenrand.
Die Eröffnungsfeier in MĂŒnchen konnte der Fackel-Beglei­ter allerdings nicht live mit ver­folgen. "Wir mussten die Flamme weiter nach Kiel bringen. Wir haben die Eröffnungsfeier in Göttingen im Fernsehen angesehen."
Immerhin hat er eine große EntschĂ€digung fĂŒr seinen olympischen Einsatz erhalten: Er durfte - wie die LĂ€ufer - eine Olympia-Fackel der XX. Som­merspiele in MĂŒnchen behalten. Die hat Karl natĂŒrlich gut aufbe­wahrt, denn alle vier Jahre er­wacht die Erinnerung an eine einmalige Reise wieder zum Le­ben. "Da freut man sich, denkt an damals zurĂŒck" - und holt wieder die olympische Fackel hervor, um mit der Familie in Er­innerungen zu schwelgen
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