Die Patengemeinde Stadt Dingolfing

Dingolfing ist an der Isar gelegen, inmitten des niederbayerischen Hügellandes. Von dieser Lage her hat es seine ureigenste Ausprägung erhalten: sie beruht auf der Anlage als Doppelstadt. Um die Pfarrkirche St. Johannes liegt der älteste Bereich, vor mehr als 1200 Jahren bereits Gutshof der Dingolfinger Herzöge. Über den Platz eines frühen Marktgeschehens (Speisemarkt) stand er mit einer durch den Verkehr zu Isarübergang ausgebildeten Siedlung (Bruckstraße) in Verbindung.

Im Jahre 1251 führte dann der bayerische Herzog Otto II. aus dem Haus Wittelsbach eine eigene Stadtgründung in Dingolfing durch und zwar auf dem zur Isar hin vorspringenden Bergspann: Die heutige Obere Stadt. Beide Wohnstätten und ihre Befestigungen wurden bald darauf verbunden, nachdem 1265 die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen waren.

Dingolfings große Zeit ersten Wachstums waren die Jahrhunderte von etwa 1350 bis 1600. Im Zeitalter der späten Gotik blühten Handel und Wandel, der Gewerbefleiß ihrer Bürger in Textil und Lederverarbeitung verschaffte der Stadt einen gewissen Reichtum.

Dieser wiederum ließ kulturelle und soziale Leistungen entstehen. Die von den Herzögen erteilten Privilegien und Gunstbeweise f örderten die Selbstverwaltung und füllten auch den Stadtsäckel zur Bewältigung kommunaler Aufgaben.

Die Aufwärtsentwicklung des Gemeinwesens der Stadt Dingolfing wurde jedoch durch die großen Kriege der europäischen Mächte seit dem 17. Jahrhundert empfindlich gestört. Der Dreißigjährige, der Spanische und der österreichische Erbfolgekrieg verursachten schweren materiellen Schaden und dezimierten durch Seuchen die Bevölkerung. Am 16. Mai 1743 sank Dingolfing zum größten Teil in Schutt und Asche, als es von österreichischen Truppen beschossen, geplündert und angesteckt worden war. Ein Wiederaufstieg gelangte kaum zur Wirkung als mit den drückenden Lasten, Quartierkosten und Abgaben während der Napoleonischen Kriege der verarmten Bürgerschaft neue Schwierigkeiten entgegentraten. Die Säkularisation des 1640 hier gegründeten Franziskanerklosters sowie die Auflösung der Verwaltung und Justiz über Stadt und Umland übenden Pfleggerichts 1802/03 brachten weitere wirtschaftliche Beeinträchtigung. Mißernten und Teuerungsjahre 1816/17 taten ein übriges, um den Tiefstand in Dingolfings langer Geschichte herbeizuführen.

Eine allgemeine Wende im Wirtschaftsleben jener Zeit eröffnete aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts neue Hof f nung für die Zukunft. Die Verbesserung der Verkehrsbeziehungen durch die Errichtung von Eisenbahnen und den Bau neuer Straßen trug wesentlich dazu bei, daß sich jetzt Ansätze jenes Gewerbezweigs bilden konnten, der seither die gesamte Existenz der Stadt beherrschte: die Industrie Hand in Hand damit ging die Verbesserung der verwaltungstechnischen, kulturellen und sozialen Verhältnisse am Ort. Neu und Umbauten, ferner der Abbruch hinderlicher Bausubstanz, dem jedoch leider unersetzliche historische Werte zum Opfer fielen, begannen ein anderes Bild der Stadt zu zeichnen

Aus einer Reparaturwerkstatt Landmaschinen entstand seit 1905 Dingolfings größter Industriebetrieb, der nach demZweiten Weltkrieg die Produktion von Motorrollern und Automobilen aufnahm. 1967 ging er in Besitz der Bayerischen MotorenWerke AG über, die nun mit hohen Investitionen seinen Ausbau zu heutigen Kapazität führte und im Isarmoos gegenüber der Stadt, eines der modernsten Automobilwerke errichten ließ.

Eine Stadt wie Dingolfing ist mit einer unvergleichlichen Zähigkeit im Heimatboden verwurzelt. Mögen auch Kriege, Hunger und Not im Lauf der Geschichte wie Stürme über sie hinweggegangen sein und manches Hemmnis in der Entwicklung hervorgerufen haben, sie hat sich dank der ihr innewohnenden Lebenskraft immer wieder davon erholt. So ist es auch heute die Aufgabe aller Bürger dieser Stadt, in steter Anstrengung jenes Gemeinschaftsbewußtsein zu schaffen und zu erhalten, das sie einst aus dem Kreis der umgebenden Siedlungen herausgehoben und seitdem zur heutigen Stellung im niederbayerischen Raum geführt hat.

Am 10. Novenber 1983 wird die Patenschaft im Rahmen einer Feierstunde in der Dingolfinger Stadthalle zwischen der Stadt Dingolfing und er 3. Kompanie des PzBtl 244 besiegelt.

Weitere Informationen über Dingolfing:   http://www.dingolfing.de/