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Alter StOÜbPl

Alter Standortübungsplatz Landshut

Tafeln weisen Wege

Besucherlenkungskonzept fürs Naturschutzgebiet im Umweltsenat vorgestellt 

Auf dem Naturschutzgebiet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz tut sich was. Gestern stellte Landschaftsarchitektin Beate Jeuther im Umweltsenat das von ihrem Münchner Planungsbüro erarbeitete Konzept zur so genannten Besucherlenkung vor. Anfang Mai hatte der Senat beschlossen, das Konzept in Auftrag zu geben, denn beide sollen vom Naturschutzgebiet etwas haben: Natur und Besucher. Finanziert wird das von der Stadt in Auftrag gegebene Konzept vom Freistaat.
Der Begriff  "Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite" werde sich nicht durchsetzen, sagte Beate Jeuther. Deshalb schlug ihr Planungsbüro für angewandten Naturschutz (PAN) vor, das Gebiet "Alter Standortübungsplatz Landshut" zu nennen. Dies sei zwar auch noch nicht richtig eingängig, aber besser.
Hinweistafeln sind es, mit denen jeder Besucher als erstes konfrontiert werden wird. Große Tafeln werden in den kommenden Wochen an den Eingängen des Geländes aufgestellt. Die Besucher können sich zum einen an einer Karte orientieren. Topographie, Wegenetz und Themenwege samt dazugehörigen Logo sind aufgeführt.
Zum anderen wird Grundsätzliches erläutert. Zum Beispiel, dass das Areal ganzjährig geöffnet ist, Besucher aber zwischen März und August auf den Wegen bleiben müssen und herumstreunende Hunde oder laute Musik Bodenbrüter wie die Heidelerehe auf schrecken. Solche erklärenden Informationen seien wichtig, damit Verbote akzeptiert würden, sagte die Landschaftsarchitektin.

Innerhalb des Geländes sollen zur Orientierung Tafeln aufgestellt werden. Wegemarkierungen sind fürs Frühjahr vorgesehen. Dreierlei Wegarten führen durchs Naturschutzgebiet: Rad‑, Reit‑ und Fußwege, die teilweise auch kinderwagentauglich sind, Wanderwege und so genannte Fußsteige. Letztere führen mitten durchs Gelände und sind trittsicheren Leuten vorbehalten.
Auf so genannten Themenwegen kann man sich, wie der Name schon sagt, mit speziellen Themen beschäftigen: Es gibt unter anderem einen Kulturweg, einen Walderlebnispfad und einen Schäferweg. Auf diesen Wegen ist es möglich, das Natur­schutzgebiet unter dem Motto "schnuppern, riechen, messen, spie­len" intensiv kennenzulernen. Oder sich der Historie     zu widmen. Der Schäferweg beispielsweise infor­miert über Nut­zungsformen und deren Geschichte, etwa über Schäferei, Landwirtschaft und Bundeswehr.

Naturschutzgebiet bedeutet nicht, alles zu be­lassen, wie es ist; vielmehr wird in die Natur eingegriffen. Zum Bei­spiel muss der Boden immer wiedergefurcht werden, um die durch frühere Panzerfahrten entstandenen Biotope zu erhalten. Hier dürfen ausnahmsweise       Motorfahrzeuge eingesetzt werden. Beate Jeuthers Vorschlag, für diesen Zweck ein zwei‑ bis dreitägiges Motocross­rennen zu organisieren, missfiel dem Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz, Paul Riederer. Gegen Motocross habe er nichts, aber in ei­nem Naturschutzgebiet sei dies völlig fehl am Platz. Riederer: "Es gibt ja auch Planierraupen." Senatsvorsitzender Bürgermeister 'Ludwig Zellner schloss sich für diesen Fall dem an. Motorisierte Fahrzeuge seien auf dem. Areal grundsätzlich nicht erlaubt. Werde eine Ausnahme gemacht, könne es durchaus passieren, dass Motocrossfahrer dort auch sonst unterwegs seien. 

Keine Gebühr 

Landschaftsarchitektin Beate Jeuther beantwortete eine Reihe von Fragen, die Rudolf Schnur (CSU) gestellt hatte. Demnach sind Faltblätter vorgesehen die die Besucher über das Areal informieren. Der Vorschlag von Rafaela Zeilhofer (Grüne), eine Gebühr dafür zu verlangen, wurde mit Hinweis auf zu großen Aufwand und damit anfallende Kosten fallengelassen.
Abfallbehälter sollen allenfalls auf den Parkplätzen außerhalb aufgestellt werden. Grundsätzlich sollten die Besucher ihre Abfälle selbst mitnehmen, sagte die Landschaftsarchitektin Josef Gschwendtner von der Unteren Naturschutzbehörde fügte an, dass Papierkörbe von städtischen Bediensteten entleert werden müssen, was Geld koste. Darauf wiederum konterte Schnur mit dem Hinweis auf den Naturschutzwächter, der für dieses Areal zuständig sei: "Der kann das ja gleich mit erledigen."
Für Kinder bietet der alte Truppenübungsplatz offenbar auch einiges. Sie können unter anderem spielen und wie in einem Quiz Dinge suchen. Detailliert ausgearbeitet sei dies allerdings wegen des bisherigen. Budgets noch nicht, sagte Beate Jeuther. Ute Kubatschka (SPD) hatte angeregt, das Gelände auch für Schüler attraktiv zu machen. Naturschutzamtsleiter Johann Ritthaler sagte, Führungen seien die Aufgabe seiner Behörde, die sie bereits übernommen habe.
Kritisch äußerte sich Ritthaler zu neuen Parkplätzen beim Naturschutzgebiet: "Wir wollen keinen großen Autoverkehr. Er verwies stattdessen auf die Buslinie 3. Auch der Vorschlag von Rudolf Wohlgemuth (CSU) Unterstände für Leute zu bauen, die vom Gewitter überrascht werden, blieb ein Vorschlag. Ludwig Zellner brachte es auf den Punkt: "So groß ist das Gelände auch wieder nicht. 
aus LZ v. 04.12.2003