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Pz-Spuren

Panzerfahrspuren werden zum Brutgebiet
Baumaschinen erneuern derzeit Lebensräume im Naturschutzgebiet .

Spaziergänger im Naturschutzgebiet "Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite" sehen sich dort zur Zeit mit maschinellen Erdbewegungen der besonderen Art konfrontiert. Mit einem schweren Radlader und einem Löffelbagger werden unter Anleitung von Viktoria Meysemeyer, der Gebietsbetreuerin für das in der Stadt liegende Fauna-Flora-Habitat-Gebiet "Leiten der unteren Isar", die ehemaligen Panzerfahrspuren erneuert und verdichtet.

PanzerspurenIn diesen Spuren sammelt sich zeitweise Niederschlags wasser. Experten sprechen von temporären Tümpeln. In einem durchschnittli chen Frühjahr füllt sich in diesen Rinnen genügend Wasser für die Gelbbauchunken, die nur in temporären Tümpeln ihren Laich ablegen. Somit sind die Fahrspuren ein wichtiger Brutlebensraum für die kleinen Amphibien, die im Bereich des Naturschutzgebiets eines der größten Vorkommen in ganz Süddeutschland haben.

Zu Zeiten, in denen die Bundeswehr mit ihren schweren Kettenfahrzeugen in dem Gelände zu Übungszwecken herumgefahren ist, waren die Fahrspuren durch die regelmäßige hohe Verdichtung ständig als temporäre Tümpel vorhanden. Heute verändern Verwitterungsprozesse allmählich die Fahrspuren und lockern die verdichteten Schichten. Daher müssen die als Gräben erkennbaren Panzerspuren immer wieder mit schweren Fahrzeugen erneuert werden. Der optimale Zeitpunkt für diese Maßnahme ist gerade jetzt, nachdem der Boden wieder weitgehend aufgetaut und gut durchfeuchtet ist.

Sind die Panzer früher durch den Übungsplatz gefahren, haben sie immer wieder Wunden in die Grasnarbe gerissen. Die dadurch entstandenen unbewachsenen Stellen werden Rohböden genannt. Das sind wichtige Lebensräume für zum Teil sehr. seltene Tierarten, wie Wildbienen, Steinschmätzer und Wechselkröte. Diese Bereiche wachsen im Laufe der Zeit immer mehr zu und müssen immer wieder neu geschaffen werden. Die notwendigen Arbeiten werden jetzt nach einem von Viktoria Meysemeyer ausgearbeiteten Schema vorgenommen.

Neben temporären Tümpeln gibt es im Naturschutzgebiet auch ganz- . jährig wasserführende T )1mpel. Durch Einträge aus der Luft verschlammen diese Wasserstellen im Laufe der Zeit. Mit Hilfe eines Löffelbaggers wird dieser Tage überschüssiger Schlamm aus den Tümpeln herausgeholt.

Das Naturschutzgebiet "Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite" hat in weitem Umkreis die höchste Dichte an unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten. Darunter befinden sich auch hochgradig gefährdete Arten. Seinen Wert hat das Gebiet durch die langjährige Nutzung als Standortübungsplatz der Bundeswehr erlangt. Dadurch sind Lebensräume erhalten geblieben, die in der umliegenden Agrarlandschaft weitgehend verschwunden sind. Wichtigste Pflege des ehemaligen Standortübungsplatzes ist die extensive Beweidung mit Schafen. Von Zeit zu Zeit sind aber auch Arbeiten mit Baumaschinen notwendig, um Biotope, die durch den Übungsbetrieb entstanden sind, wieder herzustellen.

Im Rahmen der immer wieder von der Gebietsbetreuerin angebotenen Führungen können sich Interessierte vom Erfolg der verschiedenen Maßnahmen überzeugen. Die Führungen werden regelmäßig. in den örtlichen Medien angekündigt. Auskunft erteilt die Gebietsbetreuerin Viktoria . Meysemeyer unter Telefon 881467 oder der Fachbereich Naturschutz der Stadt unter der Telefonnummer 881421.
LZ v. 10.03.2009