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Sparkassenarena

Ein Schaufenster in Rekordzeit
Mit der Veranstaltungshalle beginnt in Landshut ein neues Konzert-Zeitalter

Es war ein guter Tag für Landshut. Gestern Abend ist die lang erwartete VeranstaItungshalle im Messepark eröffet worden. "In sieben Monaten vom Bauantrag zur fertigen Sparkassen-Arena, das soll uns erst mal jemand nachmachen", sagte Oberbürgermeister Hans Kampf nicht ohne Stolz. Künstler und Vereine sollen sich dort die Klinke in die Hand geben, Firmen aus der Region die mehr als 4000 Quadratmeter große Halle als Schaufenster nutzen. Der erste Härtetest steht bereits heute ins Haus: Mehrere tausend Besucher werden zum Sarah-Connor-Konzert erwartet.

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Die Sparkassen-Arena ist punktgenau fertig geworden. Bis zur letzten Minute war noch an dem modernen Zweckbau gefeilt und geputzt worden. Rund 200 Gäste waren gestern Abend eingeladen, sich ein Bild von der Halle zu machen und erstmals auf den Stühlen und der Tribüne Platz zu nehmen. Viele waren besonders gespannt auf die Akustik. Der Klangtest hätte übrigens nicht besser geplant' werden können: Als die Gäste ankamen, war. Sarah Connor gerade beim Soundcheck. Ihr Mann Marc Terenzi begleitete sie dabei am Keyboard.

Der .offizielle Teil begann schließlich mit Paukenschlägen aus "Also sprach Zarathustra" und einer Lichterschau. Schon in den ersten Minuten hat die Halle viel Lob erfahren: Ob sie nun als "eine wichtige Einrichtung" oder als ein "Imagegewinn" bezeichnet wurde - einig waren sich alle
darin, dass Landshut mit dieser Halle gewonnen hat.

Viele haben zusammengewirkt, damit die Halle-- nach jahrzehntelanger Planungszeit - in der rekordverdächtigen Zeit von sieben Monaten realisiert werden konnte: von Altoberbürgermeister Josef Deimer, den Stadträten und der Verwaltung (allen voran Wirtschaftsreferent Rupert Aigner und LEG-Geschäftsführer Hans Winklmaier) bis zu den Firmen, die laut Oberbürgermeister Hans Rampf die Ideen und Vorgaben akkurat und professionell umgesetzt haben. Rund vier Millionen Mark hat der moderne Stahlbau gekostet. Gebaut und finanziert hat ihn die Firma FM GmbH aus Neutraubling.

Die Position als Messestadt

Jetzt ruhen grosse Hoffnungen auf der Sparkassen-Arena: "Ich denke, dass wir mit dieser wirklich schön

gewordenen, modernen Halle etwas bewegen können und werden", sagte Oberbürgermeister Hans Rampf. Regierungspräsident Dr. Walter Zitzelsberger zeigte sich überzeugt, dass Landshut mit der Veranstaltungshalle seine herausragende Stellung als Oberzentrum und Impulsgeber der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung untermauert. Die Halle bilde

einen neuen Schwerpunkt außerhalb Münchens und festige Landshuts Position als Messestadt, vor allem aber schließe sie eine Lücke im Kulturangebot der Stadt. Denn mit den bereits geplanten Konzerten werde auch das jugendliche Publikum angesprochen. Das bezeichnete auch der Oberbürgermeister als einen großen Vorteil der Halle: "Wir haben mit den bis zu 4000 Stehplätzen endlich auch in dieser Größenordnung etwas zu bieten". Nun muss sich zeigen, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat. Wegen der großen Resonanz bereits vor der Eröffnung sind die Verantwortlichen durchaus optimistisch gestimmt: Hochkarätige Namen kommen zur Eröffnung, und es gibt schon jetzt viele Buchungen bis in das Jahr 2006 hinein. Diese Anfragen seien aber noch lange nicht genug, sagte Rampf, und machte gleich Nutzungsvorschläge: Die Auto- und Motorradhändler könnten zusammen eine "fetzige Frühjahrsmesse" auf die Beine stellen, und die Wirte zwei oder drei Mal im Jahr eine Mega-Party veranstalten.

Denn nicht zuletzt sollen auch Firmen die Halle für ihre Präsentationen 'und Hausmessen nutzen. Deshalb seien zur Eröffnung auch Vertreter der 50 größten oder Mitarbeiterstärksten Firmen aus der Region eingeladen worden, sagte der Oberbürgermeister: "Sie stehen nämlich in Ihrem regionalen Schau-Fenster. Hier können Sie zeigen, was Ihre Firma zu leisten im Stande ist".

Sparsamer Umgang mit Mobiliar
Dass solch eine Vielzahl von Veranstaltungsarten in ein und derselben Halle möglich ist, das hat zum einen mit der funktionalen Ausrichtung zu tun, zum anderen mit dem sparsamen Umgang mit Mobiliar. "Die wichtigsten' Dinge wie die Bestuhlung haben natürlich wir besorgt", sagte Rampf, "bei allem anderen sind die jeweiligen Veranstalter ganz nach eigenen Wünschen flexibel". Und die wissen das durchaus zu schätzen. Was aus der Halle zu machen ist, zeigten gestern deutlich die Aufbauarbeiten zum Konzert von Sarah Connor mit der großen Bühne.

"Die Menschen werden hier für ein paar Stunden aus dem Alltag geholt", sagte Dekan Siegfried Stelzner, der gemeinsam mit Stiftspropst Monsignore Bernhard Schömann den Bau segnete. Georg Weigl (FM GmbH), Josef Unger (Unger Stahlbau) und Architekt Josef Wiesmüller übergaben symbolisch einen historischen Schlüssel an Oberbürgermeister Hans Rampf. Unger, der im vergangenen Jahr eine Stadtratsdelegation beim Besuch der Burgenlandhalle in Oberwarth von dem Baukonzept überzeugt hatte, lobte die Sparkassen-Arena: Sie sei eine bemerkenswerte Weiterentwicklung der Vorlage und werde künftig selbst zum Anschauungsobjekt. Bereits heute komme die erste Delegation. Josef Wiesmüller bezeichnete die Halle als

"stattliches, städtisches Versammlungs-Haus", das das Messeareal kröne und zusammen mit dem Turm in unmittelbarer Nähe Stadtteil-bestimmend sei. Er ging dabei nicht näher auf Vorzüge oder Möglichkeiten der Halle ein, denn "das Werk ist fertig und muss jetzt für sich sprechen".
LZ v. 22.04.2005