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Messepark

Messepark statt Panzerhallen
OB Deimer zum Umbau der Schochkaserne: “Es folglt eine Kettenreaktion”

Am 27. September eröffnet Finanzminister Kurt Faltlhauser die erste Niederbayernschau auf dem neuen Messegelände. Damit findet in der niederbayerischen Hauptstadt ein langwieriger Umwandlungsprozess ein gutes Ende, dessen Anfang in der Wende 1998 begründet lag. Aus dem militärisch abgeschirmten Sperrriegel im Osten der Stadt wurde ein durchlässiges Messezentrum mit 70.000 Quadratmetern Ausstellungsgelände sowie ein Standort für Hightech-Firmen und zeitgemäße Verwaltungen. Zur Abrundung fehlt noch eine große Veranstaltungshalle
Da ist eine kommunalpolitische Gemeinschaftsleistung gelungen“, sagte OberbĂĽrgermeister Josef Deimer in einem Pressegespräch, "ĂĽber die ich mich freue." Am Anfang der Neugestaltung des 34 Hektar groĂźen Areals der frĂĽheren Schochkaserne, die neben dem Messegelände auch Gewerbeflächen fĂĽr High‑Tech‑Firmen sowie Kultureinrichtungen fĂĽr die Stadt gebracht hat, stand ein" gutes Angebot" des damaligen Bundesfinanzministers Theo Waigel und ein landesweiter Architektenwettbewerb. Vom Kaufpreis, rund 18,8 Millionen Mark, hat die Stadt inzwischen sechs der zehn Raten bezahlt.

Mit der Eröffnung des Messegelän­ des am 27. September hat die Stadt das erste groĂźe Ziel des Umbaus erreicht. "Da ist eine ganz neue städte­bauliche Situation entstanden“, sagte Horst Drexler, Leiter des Baurefe­rats „etzt wird Landshut ein echtes Oberzentrum." Schade sei nur, er­gänzte der Chef der städtischen Ent­wicklungsgesellschaft LEG, Johann Winklmaier, dass die Refinanzierung der Investitionen von einer Rezessi­onsphase behindert wurde.

Niederbayernschau als PrĂĽfstein
Horst Drexler, glaubt an den Erfolg des Messezentrums: "Die Niederbayernschau wird der PrĂĽfstein." 2,5 Millionen Euro hat die Stadt fĂĽr Kanal, StraĂźen, Bäume und technische Einrichtungen investiert. Das vielseitig verwendbare, in sechs Felder eingeteilte Gelände zeichne sich durch eine gute Verkehrsanbindung und ErschlieĂźung, eine angenehme DurchgrĂĽnung (neben den fĂĽr 500 000 Euro umgepflanzten GroĂźbäumen sollen im Herbst weitere 200 Bäume gepflanzt werden) und zahlreiche Stellplätze aus: 1000 Autos, 500 Fahrräder, 100 Motorräder und 15 Busse finden direkt neben dem Gelände Platz. Dazu kommen am Wochenende noch die Parkplätze der Nachbarn, der Fachhochschule, der Sparkassenakademie und der Landwirtschaftlichen Alterskasse. 

Mit diesen Voraussetzungen biete sich Landshut als Messestandort fĂĽr Ausstellungen an, fĂĽr die die Messe MĂĽnchen zu groĂź sei, sagte Johann Winklmaier. Landshut könne mit der Schönheit der nahen Stadt wuchern, aber auch mit einer gĂĽnstigen Verkehrsanbindung. Er sei auch ĂĽberzeugt, sagte OberbĂĽrgermeister Josef Deimer, dass sogar die Marktkautleute und die Dult‑Schausteller bald freiwillig umziehen wollen, "wenn sie sehen, welche Vorteile ihnen das Messegelände bietet". Dies eile aber nicht, weil vor dem Umzug der Dult erst der Lärmschutz gegenĂĽber den Siedlungen fertiggestellt werden mĂĽsse ‑ das 210 Meter lange BĂĽrogebäude mit 6230 Quadratmeter BĂĽrofläche. von dem erst der erste Bauabschnitt gebaut ist. Im Endstadium der Verhandlungen befindet sich Winklmaier zufolge auch die Ansiedlung einer privaten Spezialklinik. 

Einen Coup, dessen Weitsicht erst in diesen Tagen in der vollen Konsequenz deutlich wird, landete Deimer damit, die Verwaltung der Landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger (LSV) Niederbayern‑Oberpfalz in Landshut zu halten. Nicht nur, dass das architektonisch gelungene neue Verw­altungsgebäude auf dem Kasernenareal ein schönes Stadtportal bildet: Der klug angelegte Neubau stellt auch ein wichtiges Argument dar, wenn die Landwirtschaftlichen Versicherungen die Verwaltungs‑ZusammenschlĂĽsse weiterer Bezirksverbände ĂĽberdenken. 

600 Arbeitsplätze gesichert
Eigentlich hatte die LSV aus Landshut weggehen wollen, nachdem das alte Haus eindeutig zu klein geworden war. Mit Hilfe der damaligen Sozialministerin Barbara Stamm und ehemaligen Senatskollegen aus der Landwirtschaft ging Deimer aus dem Zweikampf mit den Oberbayern siegreich hervor. Sein bestes Argument: Die Stadt erwarb das alte LSV-Gebäude fĂĽr zehn Millionen Euro, um darin das dringend notwenige technische Rathaus einzurichten. Damit waren die 600 Arbeitsplätze der LSV fĂĽr Landshut gesichert. 

Auch die Telekom ist Johann Winklmaier zufolge weiter am Standort Landshut interessiert, sucht aber einen Investor, der auf dem Telekom‑Grundstück baut, damit das Unternehmen dann die Räume anmieten kann:" Da folgt jetzt eine Kettenreaktion" , glaubt Deimer. Die bereits im Jahr 2000 abgeschlossenen Umbauarbeiten des Offiziers- und des Unteroffiziersheims zur Musikschule und zum Jugendkulturzentrum hätten, wie sich inzwischen zeige, zwei gut funktionierende Einrichtungen hervorgebracht
aus LZ v. 10.11.2003