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StOÜbPl Natur

Die Natur soll wieder atmen können
Auf dem ehemaligen Standortübungsplatz werden betonierte Flächen entsiegelt

Das Naturschutzgebiet "Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite" hat in weitem Umkreis die höchste Dichte an unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten. Darunter befinden sich hochgradig gefährdete Arten. In den kommenden Wochen soll in der Ochsenau ein weiterer Teich mit Grundwasseranbindung angelegt werden, teilt die Stadt mit. Die Amphibienlebensräume sollen optimiert werden, außerdem sollen einige Flächen entsiegelt werden, schließlich sei auch geplant, die ehemalige Panzerwaschanlage unter verkehrssicherungstechnischen sowie naturschutzfachlichen Aspekten umzubauen.

PanzerwaschanlageSeinen Wert hat das Gebiet laut Stadt durch die langjährige Nutzung als Standortübungsplat z der Bundeswehr erlangt. Hierdurch seien Lebensräume erhalten geblieben, die in der umliegenden Agrarlandschaft weitestgehend verschwunden sind. Wichtigste Pflege des ehemaligen Standortübungsplat zes sei die extensive Beweidung mit Schafen. Von Zeit zu Zeit sind aber auch Arbeiten mit schwerem Gerät notwendig, um Biotope, die durch den Übungsbetrieb entstanden sind, wieder herzustellen. Ein Teil dieser Arbeiten sei bereits im September ausgeführt worden. In der so genannten Ochsenau im Isartal wurde am ehemaligen Schießstand die Panzeraufstellplatte aus Beton entfernt. Durch diese Entsiegelung soll der "tote" Boden, der jahrzehntelang unter einer Betonschicht lag, wieder atmen. Dabei soll sich so wieder neues Leben entwickeln.

Beim aktuellen Flächenverbrauch von 28,6 Hektar pro Tag in Bayern würden jährlich 104 Quadratkilometer zu Siedlungs- und Verkehrsfläche umgewandelt, was in etwa der Siedlungs- und Verkehrsfläche der gesamten Stadt Nürnberg entspreche. Deshalb sei die Entsiegelung von ungenutzten Flächen im Sinne des Bodenschutzes zu fördern. Dadurch könne die ökologische Situation vor Ort verbessert werden. Entsiegelungsmaßnahmen beeinflussten die mikroklimatische Situation positiv - Regen könne versickern, die Luftfeuchtigkeit werde erhöht, der Temperaturgestaltung ausgeglichener, Oberflächengewässer und Kanalisation würden entlastet. Darüber hinaus entstehen neue Lebensräume für Kleinlebewesen und Pflanzen.

Durch das frühere Befahren des Geländes mit Panzern wurde der Boden stellenweise so stark verdichtet, dass das Wasser in den Fahrspuren stehen blieb. Solche Wasserstellen sind der klassische Lebensraum der seltenen Gelbbauchunken. Nach der militärischen Nutzung sind die wassergefüllten Fahrspuren auf dem Gelände weitestgehend verschwunden. Die Verdichtung im Boden ist nicht mehr vorhanden und . die kiesigen Böden in der Ochsenau haben eine besonders gute Drainagewirkung, so dass Niederschlagswasser nicht mehr in den Rinnen stehen bleibt.

Bereits vergangenes Jahr wurde als Ausgleich ein Grundwasserteich angelegt, der durch seine ständige Wasserführung einen geeigneten Lebensraum für Amphibien darstellt und besonders gut von den Gelbbauchunken angenommen wurde. In den kommenden Wochen soll daher in der Ochsenau ein weiterer Teich mit Grundwasseranbindung angelegt werden.

Neben einer Optimierung der Amphibienlebensräume und einer Entsiegelung sei auch ein Umbau der ehemaligen Panzerwaschanlage vorgesehen. Das Pumpenhaus soll abgerissen werden. Das Gebäude sei durch Vandalismus beschädigt worden und stelle eine Gefahr dar nicht nur für spielende Kinder. Amphibien, die in den Pumpenschacht fallen, können sich nicht retten und verenden. Deshalb sollen alle Betonbecken mit senkrechten Wänden sowie ein Betonkanal mit Kies aufgefüllt werden. Eine weitere Entsiegelung stellt der Abbruch der Asphaltdecke der ehemaligen Schlammdeponie dar. Außerdem sollen die asbesthaltigen Bauteile am so genannten Spritzstand entsorgt werden. Dieses Gebäude wird dann zu einer Informationsstation umgebaut. Die beiden Wasserbecken, die sich im Laufe der vergangenen Jahre zu einem bedeutenden Biotop entwickelt haben, sollen für Amphibien durch Kiesschüttungen an den Betonwänden und durch Anheben des Wasserspiegels optimiert werden.
LZ v. 18.11.2009